§ BLOG SEO 2026 · 11 · 02

Google-Unternehmensprofil einrichten und optimieren: Die Anleitung für lokale Betriebe

Dein Google-Unternehmensprofil entscheidet oft, ob dich Kunden in der Nähe finden. Hier steht Schritt für Schritt, wie du es anlegst, bestätigst und so pflegst, dass es nicht gesperrt wird und Anfragen bringt.

Messing-Kartennadel mit orangem Kopf auf einem gefalteten Stadtplan auf dunklem Holztisch, Symbol dafür, lokal auf Google Maps gefunden zu werden

Wer in deiner Stadt nach “Elektriker”, “Physiotherapie” oder “Steuerberater” sucht, sieht oft zuerst die Karte mit drei Einträgen, noch vor den normalen Suchergebnissen. Diese Einträge kommen aus dem Google-Unternehmensprofil (früher Google My Business). Es ist kostenlos, in einer Stunde angelegt und für lokale Betriebe einer der wichtigsten Kanäle überhaupt. Hier steht, wie du es richtig einrichtest und was es danach braucht.

Alle Angaben zu Abläufen und Richtlinien stammen aus der offiziellen Google-Unternehmensprofil-Hilfe (Stand: November 2026). Google ändert Menüs und Regeln regelmäßig, prüf im Zweifel dort nach.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kostenlos und nicht käuflich: Das Profil kostet nichts. Ein besseres lokales Ranking kann man laut Google auch gegen Bezahlung nicht bekommen.
  • Ohne Bestätigung kein Profil: Erst nach der Verifizierung kannst du das Profil wirklich verwalten. Welche Methode du bekommst, entscheidet Google.
  • Name, Adresse, Kategorie sind die Basis: Hier passieren die meisten Fehler, und genau die führen zu Sperrungen.
  • Drei Faktoren zählen: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Auf Relevanz und Bekanntheit hast du direkten Einfluss.
  • Rezensionen mit Regeln: Fragen ja, belohnen oder nur Zufriedene fragen nein.

Schritt 1: Profil anlegen oder übernehmen

Du brauchst ein Google-Konto. Nimm am besten eines, das zum Unternehmen gehört und nicht an eine einzelne Person oder eine Agentur gebunden ist. Mitarbeiter oder Dienstleister kannst du später als Nutzer hinzufügen.

Dann gibt es zwei Wege:

Neues Profil: Unter business.google.com/add wählst du “Unternehmen zu Google hinzufügen” und folgst den Schritten.

Bestehender Eintrag: Oft existiert dein Betrieb schon auf Google Maps, weil Kunden ihn angelegt haben oder Google ihn aus anderen Quellen kennt. Dann suchst du in Google Maps nach Name und Ort, öffnest den Eintrag und klickst auf “Inhaberschaft für dieses Unternehmen geltend machen” und dann “Jetzt verwalten”. Lege in diesem Fall kein zweites Profil an. Doppelte Einträge machen dir später nur Ärger.

Hat schon jemand anderes das Profil bestätigt, etwa ein ehemaliger Mitarbeiter oder eine frühere Agentur, kannst du bei Google die Inhaberschaft anfragen.

Schritt 2: Die Grunddaten richtig setzen

Hier entscheidet sich, ob dein Profil sauber läuft oder irgendwann eingeschränkt wird. Die Google-Richtlinien sind an diesen Stellen ziemlich klar.

Name

Trag den Namen ein, den du im Alltag verwendest: auf dem Schild, der Website, dem Briefkopf. Keine Zusätze wie “Malerbetrieb Müller | Ihr Maler in Frankfurt günstig”. Slogans, Orte, Öffnungszeiten oder Keywords im Namen sind laut Google nicht erlaubt. Auch Rechtsformzusätze wie GmbH gehören nur hinein, wenn sie nachweisbar Teil des Namens sind.

Das ist der häufigste Fehler, den ich in lokalen Profilen sehe. Er bringt kurzfristig vielleicht etwas und riskiert langfristig das ganze Profil.

Adresse oder Einzugsgebiet

Hier gibt es drei Fälle:

  1. Du empfängst Kunden an deinem Standort (Laden, Praxis, Werkstatt): Adresse eintragen. Google verlangt dafür eine dauerhafte Beschilderung mit dem Firmennamen.
  2. Du fährst zu den Kunden (Handwerk, mobile Dienste, viele Dienstleister im Homeoffice): Adresse ausblenden und ein Einzugsgebiet angeben. Laut Google sollte das in der Regel nicht weiter als etwa zwei Stunden Fahrzeit reichen.
  3. Beides: Adresse und Einzugsgebiet sind möglich, dann muss während der angegebenen Öffnungszeiten aber jemand vor Ort sein.

Nicht erlaubt sind Postfächer und virtuelle Büros. Coworking-Plätze gehen nur, wenn sie klar beschildert sind und dort während der Öffnungszeiten Kunden empfangen werden.

Kategorie

Die Hauptkategorie ist einer der stärksten Hebel für die Relevanz. Google empfiehlt, möglichst wenige und möglichst präzise Kategorien zu wählen. Der Test aus den Richtlinien: “Dieses Unternehmen IST …” und nicht “Dieses Unternehmen HAT …”. Eine Zahnarztpraxis ist eine Zahnarztpraxis, auch wenn sie einen Parkplatz hat.

Praxis-Tipp: Gib die Kategorie nicht aus dem Bauch heraus an. Such nach deiner Leistung in deiner Stadt, öffne die Einträge, die oben stehen, und schau, welche Hauptkategorie sie verwenden. Das zeigt dir, was Google für diese Suche als passend ansieht.

Telefon und Website

Die Nummer soll eine lokale, direkt vom Unternehmen betreute Nummer sein. Callcenter-Hotlines, Weiterleitungen, die nicht direkt verbinden, und Sonderrufnummern sind laut Richtlinien nicht erlaubt.

Als Website verlinkst du deine eigene Seite, keine Social-Media-Profile. Hast du mehrere Standorte, verlinke auf die Seite des jeweiligen Standorts.

Öffnungszeiten

Reguläre Zeiten eintragen und für Feiertage, Betriebsurlaub oder Brückentage die Sonderöffnungszeiten nutzen. Wer laut Profil an einem Feiertag geöffnet hat, tatsächlich aber zu ist, bekommt verärgerte Kunden und schlechte Rezensionen.

Schritt 3: Unternehmen bestätigen

Ohne Bestätigung kannst du das Profil nicht vollständig verwalten. Google nennt diese Methoden:

  • Telefon oder SMS: Ein Code geht an deine Geschäftsnummer.
  • E-Mail: an die Adresse, die auf dem Bestätigungsbildschirm angezeigt wird.
  • Videoanruf (nicht für alle verfügbar): während der Öffnungszeiten, vor Ort. Google empfiehlt diese Methode, wenn sie angeboten wird. Du zeigst dabei zum Beispiel Straßenschilder, deine Räume oder Ausstattung und einen Nachweis, dass du den Betrieb führst, etwa wie du mit deinem Schlüssel aufschließt.
  • Postkarte (nicht für alle verfügbar): fünfstelliger Code per Post.

Welche Methode du bekommst, legt Google fest. Manche Betriebe müssen mehrere Schritte durchlaufen. Die Prüfung kann laut Google bis zu fünf Arbeitstage dauern.

Zwei Fehler, die die Bestätigung verzögern: Während du auf die Postkarte wartest, Name, Adresse oder Kategorie ändern, dann funktioniert der Code nicht mehr. Und einen neuen Code anfordern, weil der erste noch nicht da ist, denn damit wird der alte ungültig. Laut Google kommen die meisten Postkarten innerhalb von 14 Tagen an, der Code läuft nach 30 Tagen ab.

Und: Google fragt dich nie nach deinem Bestätigungscode. Wer anruft und ihn haben will, ist nicht Google.

Schritt 4: Das Profil vollständig machen

Ist das Profil bestätigt, geht es um Relevanz. Google sagt selbst, dass vollständige und detaillierte Informationen helfen, dein Profil passenden Suchanfragen zuzuordnen. Diese Felder solltest du füllen:

  • Beschreibung: maximal 750 Zeichen. Schreib, was du machst, für wen und wo. Keine Links und keine Werbung für Sonderaktionen oder Preise, beides ist laut Richtlinien nicht erlaubt. Google bietet inzwischen KI-Vorschläge für die Beschreibung an. Die kannst du nutzen, aber lies sie gegen, Google empfiehlt das selbst.
  • Leistungen und Produkte: je nach Branche verfügbar. Nutze die Begriffe, mit denen deine Kunden suchen, nicht interne Bezeichnungen.
  • Attribute: zum Beispiel Barrierefreiheit, Parkplätze, WLAN, Terminvereinbarung. Klingt klein, hilft aber Kunden bei der Entscheidung.
  • Fotos und Videos: echte Bilder von Team, Räumen, Fahrzeugen, Arbeiten. Stockfotos bringen wenig.
  • Eröffnungsdatum und Social-Media-Links, wo vorhanden.

Beachte: Änderungen prüft Google, bevor sie live gehen. Wenn eine Änderung nicht sofort sichtbar ist, ist das normal.

Wie Google lokal rankt

Laut Google basieren lokale Ergebnisse vor allem auf drei Faktoren:

  • Relevanz: Wie gut passt dein Profil zur Suchanfrage? Das steuerst du über Kategorie, Leistungen, Beschreibung und deine Website.
  • Entfernung: Wie weit ist dein Standort vom Suchenden entfernt? Darauf hast du keinen Einfluss.
  • Bekanntheit: Wie bekannt ist dein Betrieb? Google nennt hier unter anderem Links von anderen Websites sowie Anzahl und Qualität der Rezensionen.

Das bedeutet auch: Dein Profil arbeitet nicht allein. Eine Website mit klaren Seiten zu deinen Leistungen und deinem Ort stützt die Relevanz, Erwähnungen auf lokalen Seiten, Verbänden oder in der Presse stützen die Bekanntheit. Wie das zusammenspielt, steht ausführlicher in meinem SEO-Leitfaden für kleine Unternehmen.

Rezensionen: sammeln, beantworten, Regeln kennen

Rezensionen sind der Teil, den du am meisten selbst steuern kannst, und der, bei dem am meisten schiefgeht.

So sammelst du sie: Im Profil findest du unter “Rezensionen lesen” die Option “Mehr Rezensionen erhalten”. Dort kopierst du einen direkten Link oder lädst einen QR-Code herunter (der QR-Code geht laut Google derzeit nur im Desktop-Browser). Den Link schickst du nach einem abgeschlossenen Auftrag per E-Mail oder Nachricht, den QR-Code legst du auf den Tresen oder auf die Rechnung. Wichtig zu wissen: Kunden brauchen ein Google-Konto, um zu bewerten.

Was verboten ist: Die Google-Richtlinien sind hier deutlich.

  • Keine Anreize: keine Rabatte, Gutscheine, Zahlungen oder Gratisleistungen für eine Rezension.
  • Kein Filtern: Du darfst nicht gezielt nur zufriedene Kunden um eine Bewertung bitten oder negative Bewertungen verhindern.
  • Keine Bewertungen mit Interessenkonflikt, etwa von aktuellen oder früheren Mitarbeitern oder Geschäftspartnern.
  • Keine Vorgaben an Mitarbeiter, eine bestimmte Zahl an Rezensionen einzusammeln.

Verstöße können zur Entfernung von Rezensionen oder zu Einschränkungen des Profils führen. Das hier beschreibt die Google-Richtlinien und ist keine Rechtsberatung. Wenn du unsicher bist, wie du Bewertungen rechtlich sauber einholst, frag einen Anwalt.

So antwortest du: Freundlich, kurz, sachlich. Bei Kritik keine privaten Daten des Kunden nennen, nicht angreifen, Lösung anbieten und zum direkten Gespräch einladen. Du musst nicht jede Fünf-Sterne-Bewertung öffentlich bedanken, aber auf kritische solltest du zeitnah reagieren. Die Antwort liest nicht nur der Verfasser, sondern jeder, der danach dein Profil anschaut.

Beiträge und Pflege

Über “Beiträge” kannst du Neuigkeiten, Angebote und Veranstaltungen veröffentlichen. Beiträge ohne festgelegten Zeitraum werden laut Google nach sechs Monaten archiviert. Ein Beitrag im Monat zu einem neuen Projekt, einer Saisonleistung oder Sonderöffnungszeiten reicht, damit das Profil gepflegt wirkt.

Die übrige Pflege ist überschaubar:

  • Monatlich: neue Rezensionen beantworten, ein bis zwei neue Fotos, Leistung prüfen.
  • Vor Feiertagen und Urlaub: Sonderöffnungszeiten setzen.
  • Bei Änderungen: neue Nummer, Umzug, neue Leistung sofort eintragen.
  • Regelmäßig: kontrollieren, ob Name, Zeiten und Kontaktdaten im Profil noch so angezeigt werden, wie du sie eingetragen hast.

Messen, was das Profil bringt

Unter “Leistung” zeigt dir Google, wie viele Nutzer dein Profil in Suche und Maps angesehen haben, über welche Suchbegriffe sie kamen und was sie dann getan haben: Anrufe, Routenanfragen, Website-Klicks, Nachrichten oder Buchungen, je nachdem, was für dein Unternehmen verfügbar ist. Die Suchbegriffe aktualisiert Google laut Hilfe zu Beginn jedes Monats, das kann bis zu fünf Tage dauern.

Ein Tipp für die Website-Klicks: Häng an den Website-Link im Profil UTM-Parameter (zum Beispiel ?utm_source=google&utm_medium=organic&utm_campaign=gbp). Dann siehst du in deinem Analytics-Tool getrennt, wie viele Besucher und Anfragen aus dem Profil kommen.

Checkliste: Dein Profil in 10 Punkten

  1. Profil auf einem Unternehmenskonto, nicht auf einem privaten oder dem einer Agentur.
  2. Kein Doppel-Eintrag auf Google Maps.
  3. Name genau wie auf Schild und Website, ohne Keywords.
  4. Adresse sichtbar nur, wenn du Kunden vor Ort empfängst. Sonst Einzugsgebiet.
  5. Präzise Hauptkategorie, wenige Zusatzkategorien.
  6. Lokale Telefonnummer, Link auf die eigene Website.
  7. Öffnungszeiten inklusive Sonderzeiten.
  8. Beschreibung, Leistungen, Attribute und echte Fotos gepflegt.
  9. Rezensionslink im Abschluss jedes Auftrags, ohne Anreize, an alle Kunden.
  10. Monatlicher Blick in “Leistung” und in neue Rezensionen.

Fazit

Das Google-Unternehmensprofil ist schnell angelegt, aber die Details entscheiden: ein sauberer Name, die richtige Kategorie, korrekte Angaben zu Adresse oder Einzugsgebiet und Rezensionen, die nach Googles Regeln gesammelt werden. Wer das einmal ordentlich aufsetzt und danach monatlich 30 Minuten investiert, hat einen Kanal, der ohne Werbebudget Anrufe und Anfragen bringt.

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